Der Schreiner

Sein Arbeitsplatz in der Werkstatt ist die Hobelbank, die normalerweise mit zwei Vorrichtungen zum Einspannen der Werkstücke ausgestattet ist. Seine traditionellen Werkzeuge sind

Säge, Hobel, Hammer, Beißzange, Raspel, Feile. Bohrer, Stecheisen, Zwingen ...

 

Für Holzverbindungen verwendet er Leim. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war dies vor allem Warmleim, der auf dem immer geheizten Leimofen ständig zur Verfügung stand. Heute ist es weitgehend Kaltleim (Weißleim). Eckverbindungen stellte er traditionell als so genannten "Schwalbenschwanz" oder mit Hilfe von Holzdübeln her. Über Jahrhunderte hinweg verwendete er kaum Nägel und keine Schrauben.

 

Elektrisch angetriebene Maschinen kommen im Handwerk erst mit dem Anfang des 20. Jh. zum Einsatz. Kreissäge, Hobelmaschine, Schleifmaschine, Fräsmaschine, Bohrmaschinen werden unverzichtbar.

 

Im Gegensatz zum Zimmermann, der bis zum 12. Jahrhundert allein für die Holzbearbeitung zuständig war, beschäftigte sich der Schreiner in der Folge mit feineren Arbeiten, in erster Linie mit der Herstellung von Möbeln. Spätestens ab dem 14. Jh. lieferten Sägemühlen Holz jeder Art und Stärke.

 

Während sich einzelne Schreiner in den Städten und in der Umgebung von Fürstenhöfen

zum Kunstschreiner, dem Ebenisten, entwickelten, änderte sich der Arbeitsbereich des Schreiners im ländlichen Raum nur wenig. Er fertigte

 

          -Truhen ("Schreine" - daher die Berufsbezeichnung)

          -Schränke ("Kleiderkästen"),

          -Tische (- daher der "Tischler"), Stühle

          -Bettladen

          -Türen, Vertäfelungen

 

Das 20. Jh. verwischte die Gegensätze zwischen Stadt und Land. Auch der Schreiner im Dorf stellte sich auf neue Moden, Materialien und Techniken ein.

Die Hobelbank ist aber immer noch ein wichtiger Arbeitsplatz in der Werkstatt.

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