Die Wohnstube

Sie war - je nach Wohnsituation - die "Gute Stube" oder

bei den zu Hause arbeitenden Handwerkern (z.B. beim Schneider) gleichzeitig Werkstatt.

 

Das familiäre Leben und Arbeiten in den Bauernhäusern spielte sich gewöhnlich in der meist geräumigen Wohnküche ab, die im Winter oft der einzig ständig beheizte Raum war.

War die Wohnsituation jedoch beengt, wurde auch die Wohnstubeständig zum Wohnen, Schlafen und Arbeiten genutzt.

 

Sonst wurde die Stube nur an Sonn- und Feiertagen oder wenn wichtiger Besuch kam, beheizt und genutzt. Sie war wochentags als "Gute Stube" verschlossen, die Möbel mit Tüchern abgedeckt. Kinder durften den Raum nur unter Aufsicht nutzen. Sie diente also - vor allem in besser gestellten Kreisen - mehr der Repräsentation als dem Wohnen.

 

Ausgestattet war die Wohnstube mit einem Tisch samt Stühlen, evtl. einer (Eck-) Bank, einem "Kasten" (Schrank. später das Wohnzimmerbüffet), einer Anrichte und einem eisernen Ofen.

Dazu kamen ein gepolsterter Sessel und das anfangs einfache hölzerne "Kanape" mit Spreuersäckchen (Getreidespelzen) als Auflage, dem Vorläufer des Sofas . Oben an den Wänden dienten Bretter als Abstellflächen.

 

Die in der gezeigten Wohnstube eingebaute hölzerne Wand- und Deckenvertäfelung entstammt - wie die Kellertüre und die Bodenplatten im EG - dem 1990 abgebrochenen Haus Merklinger Str. 23 des Malmsheimer Schultheißen Gottfried Machtolf (1786 - 1843).

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