DER Teuchel

Vorgänger der im Erdboden liegenden Frischwasserleitungen waren die hölzernen Teuchelleitungen.

Schon seit über 2000 Jahren dienten, durchbohrte Baumstämme dazu, frisches Wasser von Quellen an die Brunnen der Städte und Dörfer zu leiten. Als hygienischer Fortschritt ersetzten sie seit dem Mittelalter die offenen Gräben.

 

Möglichst gerade Kiefern- oder Tannenstämme wurden in mühevoller Arbeit mit dem "Deichelbohrer" auf einem Gestell zentral der Länge nach durchbohrt. So entstand eine durchgehende Röhre. Wegen des kurzen Löffel-Bohrgewindes musste der Bohrer zur Entfernung der Späne nach wenigen Umdrehungen ganz herausgezogen werden.

 

Die den Sommer über ("im Saft") geschlagenen Baumstämme wurden vor und nach dem Durchbohren im Wasser gelagert. um ein Aufreißen durch Trockenrisse zu vermeiden. In das Stirnholz eingeschlagene Metallringe verbanden die Teuchel-Enden. Mit Kitt wurde zusätzlich abgedichtet.

 

Die Bohrstangen waren bis zu drei Meter lang, sodass die längsten Teuchel gut fünf Meter lang sein konnten. Dazu mussten Sie aber von beiden Seiten durchbohrt werden, sodass sich die Bohrungen exakt in der Mitte trafen.

 

Mit der Einführung der zentralen Wasserversorgung jedes einzelnen Wohngebäudes mit Gussrohren Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Teuchel ausgedient.

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