Museum Gewölbekeller

Vorräte im Keller

Bevor es Kühl- und Gefrierschränke gab, diente vor allem der Gewölbekeller als Ort, wo verderbliche Vorräte aufbewahrt werden konnten.

In den relativ kühlen aber frostfreien und gleichmäßig feuchten Gewölbekeller im Boden, meist unter dem Wohnhaus oder der Scheuer, legte man alles, was sich in diesem Klima besser aufbewahren ließ: Kartoffeln, Rüben, Kraut, Brot, Fässer mit Most oder in Gläsern eingekochte Früchte.

Je tiefer der Keller im Erdboden eingelassen war, desto kühler und gleichmäßiger war seine Temperatur. Eindringendes Grundwasser bereitete oft Probleme. War der Keller zu feucht, verfaulten oder verschimmelten die Früchte, war er zu trocken, trockneten sie ein.

Gewöhnlich einmal in der Woche wurde Brot gebacken und die Laibe wanderten auf ein an der Kellerdecke hängendes Brett („Brothänge“), dass die Mäuse sie nicht erreichen konnten. So blieb es bis zum nächsten Backen relativ frisch.

Hühner legten nicht das ganze Jahr ihre Eier. Deshalb musste man einen Vorrat anlegen. Die Eier wurden dazu in sog. Wasserglas (Alkalisilikatlösung) in ein Gefäß im Keller eingelegt, das sie länger haltbar machte.

Most

Das tägliche Getränk neben Milch war

nach Ende des Weinbaus lange Zeit der Apfel- Most.

In unserer Gegend bezeichnet Most einen aus Äpfeln und Birnen und gelegentlich auch unter Zusatz von Holunder und Schlehen gepressten vergorenen und mit Wasser verdünnten Saft.

Das gesammelte Obst wurde im "Wärgeltrog" (halbrunder Steintrog, in dem ein Steinrad hin und her bewegt wurde), später dann in Obstmühlen zerquetscht und zerkleinert und in "Standen" (große oben offene Fässer) gefüllt.

Nach einigen Tagen ließ man den "Vorlass" unten ab und erhielt daraus einen besonders gehaltvollen "Sonntagsmost" für besondere Anlässe.

Der Rest wurde gepresst und in Fässern im Gewölbekeller gelagert bis er vergoren war. Der ausgepresste Rest ("Trester") diente als Viehfutter.

Die Mostqualität war sehr von den Obstsorten abhängig. Je rauer die Birnen und saurer die Äpfel waren, desto besser wurde der Most. In schlechten Obstjahren wurde Obst aus anderen Gegenden zugekauft. Ging auch dies nicht, griff man auf Sultaninen und Korinthen zurück und stellte den unbeliebteren "Zibeben Most" her.

Für die Mostlagerung brauchte man ausreichend viele Fässer, die vor jeder neuen Befüllung mühsam gereinigt und ausgeschwefelt werden mussten.

Sie gehörten damit zum Inventar eines jeden bäuerlichen Haushaltes" Nicht immer klappte die Lagerung bis zur neuen Ernte und mancher Most wurde zu Essig und damit ungenießbar.

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