Ihinger hof

Geschichtlicher Überblick

1170 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung von Ihingen in einer Urkunde des Klosters Hirsau: Verkauf von drei Huben (Höfen) aus dem Besitz der Brüder Berthold und Erpho von Walddorf an das Kloster. Der Ortsname, der den Personennamen Iho enthält, legt eine alamannische Gründung nahe. 1379 wird „Ihingen, das Weiler“ als württembergisches

Lehen an Albrecht, Kirchherr in Weil der Stadt, vergeben. Zwischen 1498 und 1500 erwirbt das Spital Weil der Stadt den Hof als Lehen und kauft zur Arrondierung weitere Flächen von Bauern aus Magstadt und Döffingen zu. Im Lehensbrief von 1619 behielt sich Württemberg nach längeren Auseinandersetzungen die landesfürstliche. forstliche und strafgerichtliche Obrigkeit vor; Ihingen gehörte jetzt zur Vogtei Böblingen. 1649 verkaufte Weil der Stadt das Hofgut an den Württembergischen Oberrat Heinrich Achilles von Bouwinghausen-Wallmerode auf Zavelstein.

 

Anfang des 18. Jahrhunderts erwarb die aus Kärnten stammende Adelsfamilie von Leiningen den Hof. 1809 ging er auf Gustav Leonhard vonVischer aus Calw über. 1829 wurde Ihingen in gerichtlicher und polizeilicher Hinsicht Renningen zugewiesen, seit 1851 ist der Hof Teilgemeindevon Renningen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Hof verpachtet, ab 1896 an die Zuckerfabrik Böblingen, ab 1904 an die Familien Bulling und

Bayha. 1938 verkaufte die Erbengemeinschaft der Familien von VischerIhingen

den Hof mit der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche und einem kleinen Waldstück an den Reichsnährstand, der ihn als " Lehr- und Demonstrationsgut" vorsah, die Pächter aber beließ. 1964 übernahm das Land Baden-Württemberg den Ihinger Hof . Es wies ihn der damaligen landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim (heutige Universität Hohenheim) als Versuchsstation für Pflanzenbau und Pflanzenschutz zu.

 

Haupt- oder Verwaltungsgebäude

Giebelständiger zweigeschossiger Fachwerkbau über Erdgeschoss aus Sandstein, erbaut in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In dem Gebäude war im 19. und in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts eine öffentliche Schankwirtschaft eingerichtet. Beachtung verdienen auch der zur Grubbank umfunktionierte Schlussstein mit der Kennzeichung "GvV 1880", der von dem Treppenaufgang zum dem von Gustav von Vischer erbauten gegenüber-liegenden früheren "Schloss" stammt, und der gusseiserne Brunnenstock des

19. Jahrhunderts an der ehemaligen Viehtränke beim See unterhalb des Friedhofs.

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