der küfer

"Wasser und Feuer sollen es biegen". Dies beschreibt den wesentlichen Arbeitsschritt bei der Herstellung eines gewölbten Fasses.

 

Die früheste Erwähnung des Küferhandwerks finden wir um 77 n. Chr. bei Plinius.

Im Mittelalter war die Bezeichnung "Fassbinder" in Anlehnung an die frühe Art der Fassherstellung üblich. Weitere sind, Böttcher oder Kübler.

 

Der Küfer stellt hauptsächlich Fässer aus Holz her. Sie dienen zur Lagerung und dem Transport von Flüssigkeiten.

 

Vorher waren schwere und zerbrechliche Gefäße aus Ton (z. B. Amphoren) oder aus Tierhäuten, in denen sich die Ware nicht lange hielt, im Einsatz. Fässer lassen sich besser stapeln und damit leichter transportieren. Das Holzfass ist damit ein wichtiger Fortschritt für Handel und Gewerbe.

 

Die Herstellung von Fässern aus gut abgelagerten und trockenen Holzdauben (schmalen Brettern, meist aus Eiche), die von Eisenreifen gehalten werden, erfordert großes handwerkliches Können sowie gute Kenntnisse des Holzes.

 

Die Einführung der großen Metallfasser und Vorratstanks ließ die Bedeutung des alten Handwerks schrumpfen. Viele Küfer erweiterten deshalb ihren Arbeitsbereich auf die Verarbeitung und den Handel mit den zu lagernden Gütern (z. B. Most, Saft, Wein, Destillat).

 

In unserer Gegend brauchte man Fässer für Wein, in weitaus größerer Zahl aber für Most.

Die Ausstattung der Küferwerkstatt besteht im Wesentlichen aus dem Nachlass der ehemaligen Küferei von Hugo Knehr, der diese noch in den 40er Jahren in der heutigen Calwer Straße 12 in Malmsheim betrieb. Sie bestand an dieser Stelle seit mindestens 1911, damals geführt vom Vater Gottfried Knehr (1866-1932).

 

Eingerichtet im Museum wurde sie maßgeblich von dem Heimsheimer Küfer Wilhelm Kühlbrey, der auch eine Lizenz zum Schnapsbrennen hatte. Deshalb findet man hier auch diese Werkzeuge.

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